Haus Nr. 12 heute Kleinenwieden 30
Im Jahre 1876 wurde von Ferdinand Gottlieb Tegtmeier das
Haus gebaut. Den Sand zu diesem Hausbau schwemmte die Weser 1875-1876 im
Steinchen an. Der Bauer Siegmann fuhr ihn zur Baustelle. Das Haus baute
der Maurermeister Karl Ruhe. Als die Kalkgrube ausgehoben wurde, sickerte
Wasser ein, deshalb verzichtete man auf einen Keller. Für die Richtfeier
ist ein Zelt auf Siegmanns Hof Nr.5 aufgebaut worden. Gegessen und getrunken
wurde in Siegmanns Scheune. Die Mädchen banden den Richtkranz. Während
der Kranz hochgezogen wurde, spielten Musiker. Sie saßen auf der
Mauer vor dem Haus. Unter dem Kranz hingen Tücher, in denen Geld gebunden
war. Dieses Geld war das Trinkgeld für den Zimmermann. Der Hausherr
mußte ein Glas vom Giebel in das Haus werfen, das zerschellte, so
waren alle froh, denn dieses bedeutete Glück.
Ferdinand Gottlieb Tegtmeier wohnte bis November 1874 in Nr.10 (später
Nr.9). Dann zog er in die Leibzucht von Nr.5 und wohnte dort bis er im
Mai 1877 in sein eigenes Haus zog. 1903 übernahm sein Sohn Friedrich
August Gottlieb mit 33 Jahren das Haus. 1922 ließ dieser durch den
Maurermeister Kinkeldey einen Stall anbauen. Die Diele wurde 1924 mit Zement
übertrichen. Verbunden mit dem Haus war eine Schuhmacherei und eine
kleine Landstelle.
1956 übernahmen sein Schwiegersohn Rudolf Kölling und dessen
Frau Friedrike geb.Tegtmeier das Haus. Sie bauten das Haus in 1959/1960
die hintere Hälfte und 1965 die vordere Hälfte neu auf. Auch
wurde jetzt das ganze Haus unterkellert. Von 1953 bis 1967 war im Haus
die Poststelle untergebacht. Sie wurde 1967 aufgehoben und nach Gr.Wieden
verlegt.