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Haus Nr. 3 heute Kleinenwieden 27

Söffker Nr3 Nr3

Karl Söffker baute 1861 den Hof neu auf. Es war ein niedersächsisches Bauernhaus. Der Hof hatte nur einen Zugang. Wenn man zum Wohnhaus wollte, mußte man den Weg zwischen Stall und Scheune benutzen. Der Hof wurde von einer Mauer zur Straße begrenzt. An der Mauer standen Stall und Scheune. Dahinter stand das Wohnhaus. Die Häuser standen alle einzeln. Am 2.11.1938 brannte der Hof ab. Das Vieh konnte zum Teil gerettet werden. Am 2.11.1939 wurde mit dem neuen Bau begonnen. Der Aufbau dauerte bis Herbst 1941.

Auszug aus der Schaumburger Zeitung vom 4.November 1938.

Über 90 Morgen großer Hof abgebrannt

Kleinenwieden. In der vorletzten Nacht brach auf dem Söffkerschen Hofe Nr.3 ein Feuer aus, das sich bei dem herrschenden starken Winde mit rasender Geschwindigkeit ausbreitete und den Hof in kurzer Zeit in Asche legte. Der Brand wurde gegen 12 Uhr im Bodenraum über der Waschküche bemerkt. Von hier aus sprangen die Funken auf die anschließende Scheune über, die mit fast den gesamten Erntevorvorräten des Jahres angefüllt war. Die Feuerwehr des Ortes war dem wütenden Element gegenüber ohnmächtig, da die Schläuche nicht bis zur Weser reichten. Als die Spritzen der Umgebung und die Motorspritzen Rinteln und Hess.Oldendorf erschienen, war das Feuer auch schon auf das Wohnhaus übergesprungen. Glücklicherweise konnte das Vieh bis auf einige Schweine in Sicherheit gebracht werden.
Vom Kreisfeuerwehrverband wird uns dazu noch mitgeteilt: Durch den zeitweise sturmartigen Wind griff der Brand schnell auf sämtliche Gebäude des über 90 Morgen großen Hofes über und bedrohte auch die Nachbargebäude, so den Benditte'schen Hof und mehrere andere Anwesen, die zuerst von den Feuerwehren geschützt werden mußten. Andernfalls wäre noch der ganze Ortsteil vor dem Winde abgebrannt. Die Wehren waren die ganze Nacht hindurch mit dem Schutz der Nachbarhäuser und dem Ablöschen der brennenden Gebäude beschäftigt. Die Wehr Hess.Oldendorf mit ihrer Motorspritze konnte am Morgen entlassen werden, während die Rinteler Motorspritze noch bis zum Abend an der Brandstelle blieb und immer aufs neue eingesetzt werden mußte, um bei dem dauernden Funkenflug des immer wieder aufflackernden Feuers weiteres Unheil zu verhüten.
Dieser Brandfall hat wieder einmal gezeigt, daß das Alarmwesen bei Feuersbrünsten auf dem Lande noch nicht genügend organisiert ist. Infolge Meldeschwierigkeiten konnten die Motorspritzen in der Brandnacht erst um 1 Uhr Wasser geben. Wären sie etwa 20 Minuten früher einsatzbereit gewesen, - und das wäre, wenn die telephonische Meldung innerhalb weniger Minuten geklappt hätte, durchaus möglich gewesen - dann hätte das Wohnhaus wahrscheinlich noch gerettet werden können und wertvolles Volksvermögen wäre erhalten geblieben. Eine Beschleunigung im Feuermeldewesen und eine Sicherung dafür, daß die telephonischen Meldungen ohne Verzögerung an eine dauernd aufnahmebereite Stelle gelangen, erscheint unumgänglich notwendig.
Anmerkung: Das Feuer war in der Nacht zum 3.November 1938.
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