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Haus Nr. 2 heute Kleinenwieden 15

Hausinschrift
Gott segne uns und unsere Nachkommen

Der Hof wurde 1812 von dem damaligen Besitzer "Vauth" neu aufgebaut, der ihn bis 1841 bewirtschaftete. In diesem Jahre ging er an den Landwirt Georg Cordemann, dem Pächter von Gut Hülsede über.

August Cordemann ist 1844 in Kleinenwieden geboren. Wie sein Vater, so wurde auch er Landwirt. Seine Militärpflicht leistet er unter dem letzten hessischen Kurfürsten in Kassel beim 1.Hess. Infantrieregiment, genannt "Kurfürst". Cordemann 1870 nahm er am Kriege gegen Frankreich teil und wurde am 6.August beim Sturm auf die Spicherer Höhen durch Hüftschuß verwundet. Die Kugel trug er bis zum Tod im Körper. Bald nach dem Deutsch-Französischen Kriege übernahm er den väterlichen Hof. 1890 baute er das Wohnhaus. Im Jahre 1904 wählte die Gemeinde Herrn Cordemann zum Bürgermeister. Am 15.April 1904 wurde er bestätigt, und er hat dieses Amt ununter- brochen bis zum 4.Juni 1933 geführt. 1917 brannten ihm Scheune und Schuppen ab. 1920 wurden sie wieder aufgebaut, dazu ein Backhaus und eine Schule für seine Kinder.
Als Bürgermeister hatte er auch oft in Rinteln zu tun und erregte durch seine charkterische Gestalt mit dem wallenden weißen Bart Aufsehen. Seine ganze Kraft widmete er der Gemeinde. Vielen hat er geholfen. Das Bild zeigt ihn im Alter von 93 Jahren.
In der schweren Zeit des letzten Krieges hat er den Einwohnern manche Erleichterung verschaffen können und hat sich dadurch Dank vieler verdient. Viel zu verdanken hat ihm vor allem die Schule, die zu Beginn seiner Amtstätigkeit als Bürgermeister gebaut wurde und für deren äußere und innere Ausstattung und Verbesserung er unermüglich und unverdrossen tätig war. Sein fortschrittlich gerichteter Sinn sorgte dafür, daß die Schule gleich beim Bau eine Badeeinrichtung erhielt, so daß Kleinenwieden wohl der erste Ort in der Grafschaft war, der die Annehmlichkeit einer Schulbadeeinrichtung aufzuweisen hatte.
Interessant war es, ihn aus dem reichen Schatz seiner Erinnerungen, namentlich aus seiner Jugend- oder Militärzeit, erzählen zu hören.
Sein Sohn verkaufte den Hof 1926 an Heinrich Beißner aus Welsede. Die Leibzucht wurde vom Hof abgetrennt und an Wilhelm Ritter aus Heßlingen verkauft (Nr.18). 1950 übernahm der Sohn von Heinrich Beißner den Hof. Dieser heiratete Wilhelm Ritters Tochter und vereinte die beiden Höfe wieder. Dessen Sohn Heinz riß den alten Stall ab und baute das Wohnhaus um.
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Hausnummern
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